Wahnwitziges Wohnbauprojekt am Wiener Steinhof-Krankenhausgelände

 

Ich bin seit einigen Monaten Mitstreiterin gegen das wahnwitzige Projekt über den Bau von 650 Wohnungen plus eine Schule, plus ein Kindergarten, die uns die Gemeinde Wien aufs Auge drücken will.  Die Umwidmung von Erholungsgebiet erfolgte 2006, die VAMED (gemeindeeigene Krankenanstaltenverwaltungs Gesellschaft) hat – so heißt es – schon einige Zeit davor an die GESIBA (gemeindeeigene Wohnbaugesellschaft) 85.000 Quadratmeter des Ostteiles des Spitalsgeländes am Steinhof verkauft. Der anrainenden Bevölkerung hat man dies alles klammheimlich verschwiegen.

Seit Herbst tritt eine Initiative empörter, weil denkender und fühlender Menschen dagegen auch medial auf. Die Versuche seitens der Politik, die Kritik zu beschwichtigen bzw. herunter zu spielen, waren kläglich bis lächerlich. Z. B. haben sich im September 2011 die von den Bezirksvorstehungen 14., und 16., zu einer sogenannten Bürgerinformationsveranstaltung vor der Leichenhalle des Krankenhauses am Steinhof eingeladenen Experten mit ihren Schautafeln und anderen Unterlagen in den Arkaden des Jugendstilgebäudes so platziert, dass von den – sehr zahlreich – erschienenen Bürgern fast niemand darin Einsicht nehmen konnte.

Auch die kurz danach veranstaltete (mit über 800 überwiegend protestierenden Besuchern überraschend gut besuchte) Bürgerversammlung in der Autobusgarage unter der Ottakringer Spetterbrücke scheint den autokratisch regierenden Stadtpolitikern keinen blassen Gedanken abgerungen zu haben. Sie wollen ihre Wohnungen bauen – mitten im denkmalgeschützten Areal des Jugendstil-Krankenhaus Ensembles von Otto Wagner.

Ich füge hier einen Brief ein, den ich am xxx   an Bürgermeister Häupl geschrieben habe, nachdem ich auf ein Mail – erwartungsgemäß – keine Antwort erhielt.

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Betreff: Hypertrophes und völlig unnotwendiges Wohnbauprojekt am Steinhof

Werter Genosse Häupl!

 Vielen Dank für die Weiterleitung meines Mails an Dich an das Büro Wehsely. Die Antwort von dort ist sehr aufschlussreich für mich. Schade, dass sie nicht aus Deinem unmittelbaren Bereich kam. Ich kann mir natürlich denken, dass Dir die Initiative gegen die Steinhofer Angelegenheit völlig wurscht ist, wohnst Du doch ganz woanders und hast Du doch viel wichtigere Dinge zu tun.

Ich denke aber, Du und auch Genosse Ludwig wisst nicht, was Ihr da mit Eurer Schnapsidee in die Wege geleitet habt. Das Ganze kommt nämlich auf vielerlei heraus:

 der angeblich notwendige „gehobene Wohnungsbedarf im Westen Wiens“ (O Ton Franz Prokop) ist eine feige Camouflage. Wer diese Planung angestoßen hat oder wer hier her ziehen will, weiß nämlich nicht, was er mit seinem „Bedarf“ anrichtet; weiß nicht, dass er durch die Folgewirkungen die Wohnumgebung sehr vieler Menschen – auch sehr vieler bisher sozialdemokratisch gewählt habender – zerstören würde. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch mehr als 620 Wohnungen, eine Schule (in einem denkmalgeschützten Objekt – besonders kostengünstig!) und einen Kindergarten würde unerträglich werden. Leider würde dazu auch das von der VAMED geplante und ohne Baubewilligung (?) bereits begonnene Rehabzentrum mit öffentlich „zugänglichem“ Wellnessbereich das seine beitragen. Welche Klientel bedient Ihr da eigentlich so fürsorglich? Oder haltet Ihr so ein Modediktat wirklich für sozial bzw. gesundheitspolitisch vertretbar, das vorrangig einem Ziel dient: viel Geld damit zu verdienen?

 Es kann Euch politisch nur schaden, dass es Euch „gelungen“ ist, dieses Projekt so lange unter der Decke zu halten. Dass die Umwidmung bereits 2006 und der Verkauf an die GESIBA 2008 erfolgte, lässt vermuten, dass sich einige der vor 30 Jahren am Steinhofgelände schon angemeldeten Mieter noch immer nicht damit abfinden können, dass mündige Bürger und wichtige Medien ein auch damals aberwitziges Projekt verhindert haben. Haben sie jetzt deshalb ihre Töchter, Söhne, Nichten, Neffen e. a. als Wohnungsinteressenten mitten im Erholungsgebiet angemeldet? Und was ist Eure Motivation?. Ich möchte all die Hände kennenlernen, die in diesen Jahren seit den ersten Gesprächen (schon vor der Umwidmung!) aufgehalten worden sind. Bei dem gestrigen „Spaziergang mit Experten“ (der sich übrigens als peinlicher Beschwichtigungs­versuch und eine Farce herausstellte) wurde vielfach beanstandet, dass es für den Verkauf und den Bauauftrag an die GESIBA keine Ausschreibung gegeben habe. Ich konnte die Kritiker beruhigen: Auch eine Ausschreibung hätte zu dem gleichen Ergebnis geführt, denn die Kriterien für so ein Projekt sind leicht auf den „gewünschten“ Anbieter hinzubiegen. Die GESIBA hätte auf jeden Fall als „Bestbieter“ den Zuschlag bekommen. So what?

 Es gäbe noch einiges dazu zu vermelden, aber da ich mir vostellen kann, dass Du für die Lektüre von Briefen empörter SozialdemokratInnen nur wenig Zeit hast, bitte ich nur noch um eines: Bescheidet Euch doch mit einem auf maximal 200 Wohnungen reduziertes Projekt. Das wäre ein Kompromiss, mit dem sich vermutlich sowohl die Protest-Initiative als auch die Anrainer abfinden würden.

 Und: vielleicht hast Du ja ausnahmsweise eine kleine Lücke in Deinem Terminkalender:

 Am 28. 9., um 18 Uhr, findet zum Thema eine Bürgerversammlung in der Spettergarage statt:

1160 Wien, Paltaufgasse 2, nahe der Endstelle U3.

 Freundschaft!  Irmi Novak

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Darauf erhielt ich weder von ihm noch aus seinem Büro eine Antwort. Es kam jedoch ein Schreiben aus dem Büro der Frau Stadtrat Wehsely, das grob gesagt ausdrückte, die Kritiker an dem Projekt seien nicht richtig informiert…

Daraufhin schrieb ich Häupl noch einen Brief

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Betreff: 630 Wohnungen am Steinhof

 Lieber Genosse Häupl, sehr geehrter Herr Bürgermeister,

 vielen Dank für die Antwort auf meinen Brief vom 22. 9. 2011, die Du mir aus dem Büro Wehsely zukommen hast lassen. Ich bin allerdings auch nach den zwei farceartigen Veranstaltungen am 21. und 28. 9., welche Frau Kalchbrenner und Herr Prokop über ihre Bühnen haben gehen lassen, der Auffassung, das geplante Projekt ist wahnwitzig und Ihr solltet es nicht nur aus wohnungs- bzw. verkehrstechnischen Gründen sondern auch aus politischem Kalkül aufgeben. Der Unmut der Wiener Bevölkerung über Euer Vorhaben steigt nämlich deutlich an.

 Den gehobenen Wohnbedarf von 630 Wohnungswerbern durch eine („rote“ ?) der Gemeinde zuzurechnende Wohnungsgesellschaft befriedigen zu lassen, rechtfertigt in keiner Weise, die normale und bisher völlig zufriedenstellende Wohnungsumgebung von mehr als 2000 – 3000 Anrainern zu ruinieren. Das kann Euch politisch nur schaden. Wenn Euch das aber gleichgültig sein sollte, dann dürft Ihr Euch bei der nächsten Wahl nicht schon wieder wundern, wieso die Zahl der SPÖ Wähler weiter zurückgegangen sein wird. Und wenn dem so sein wird, und Ihr Nichtwähler noch immer eher als Ignoranten denn als Protestierende ansehen möchtet, weil das Eure Gewissen entlastet, dann ist Euch wirklich nicht mehr zu helfen.

 Es wäre das Zurückziehen des Wohnbauvorhabens am Steinhof übrigens auch die kostengünstigste Lösung. Denn aus Bestemm die sogenannten Experten aus Verkehrsplanung und Architektur zu bezahlen, bzw. eine von niemandem verlangte und auch nicht benötigte, sogenannte Infrastruktur herzustellen, nur um den eigenen politischen Willen durchzusetzen halte ich für – gelinde gesagt – unklug.

 Vom Denkmalschutz und von der nicht gegeben gewesenen Ausschreibung einmal ganz abgesehen.

 Freundschaft!     Irmi Novak

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Natürlich erhielt ich auch darauf keine Antwort – ehrlich gestanden, hab ich auch gar keine erwartet.

Nun haben seit einiger Zeit Zeitungen, darunter auch die Kronenzeitung das Thema aufgegriffen, letztere kann sich jedoch (so lassen die letzten Artikel vermuten) nicht wirklich entscheiden, ob sie den Standpunkt der Macht oder jenen der protestierenden Bürger vertreten soll.

Mittlerweile hat auch die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou das Projekt umgehängt bekommen. Sie ist nämlich Stadträtin für Verkehr und Stadtentwicklung und ihr Ressort auch zuständig für „Bürgerbeteiligung“.

In der Bezirkszeitung, die vorgestern in meiner Post war, verkündet sie begeistert, dass es einen Neustart für den Bau am Steinhof geben werde und einen produktiven Dialog, der durch Beachtung einige Punkte erreicht werden soll, z. B.: „Was am Otto-Wagner-Areal ist denkmalgeschützt, was kann neu genützt werden?“

Das ist Chuzpe, denn die Betreiber bei der GESIBA haben schon vor ein paar Jahren mit dem Denkmalamt Kontakt aufgenommen. Also stellt sich diese Frage gar nicht mehr.

Dann: „Dass das Areal ungenützt bleibt, geht nicht.“

Na klar, das Konzept hinter einer Krankenanstalt und auch das Vermächtnis Otto Wagners bestimmt die Nutzung:

„“Für die Ärmsten das Schönste” – damit meinte der legendäre österreichische Architekt die Ärmsten der Armen nämlich geistig behinderte Menschen. Und wenn dazu das Klientel zu wenig umfangreich ist, können die – trotz großspuriger Ankündigung der „Jubiläums-Renovierung“ bis 2007 – offensichtlich absichtlich vernachlässigten und noch immer nicht revitalisierten Otto Wagner-Pavillons im Ostteil des Geländes gerne auch für geriatrische Zwecke umgebaut werden. Es gibt schon eine geriatrische Abteilung im Krankenhaus auf der Baumgartner Höhe, und es könnten ohne weiteres mehr pflegebedürftige alte Menschen hier aufgenommen werden. Wem das zu altmodisch ist: Es wären am Steinhof durchaus auch Wohngemeinschaften für alte Menschen denkbar.

Und weiter Frau Vassilakou: „Wie wird die Revitalisierung finanziert?“

Diese hilflose Äußerung soll wahrscheinlich in Richtung der bequemen Lösung: Wohnungen, die die zukünftigen Benutzer zahlen sollen, hinweisen. Aber das wollen weder Anrainer noch eine sehr große Anzahl von Wienern, die bereits ihre Unterschrift auf die Listen der Initiative gesetzt haben. Stand vom 7. Dezember, Abend: über 20.000. Und es werden auch in Zukunft Unterstützungsunterschriften gesammelt.

Der Auftrag der Grünpolitikerin an sich selbst „Alle Bedenken müssen aus dem Weg geräumt werden“, klingt eher wie eine Drohung an die Kritiker als nach freundlicher Annäherung an eine Bürgerbeteiligung.

Und: „Wie kann die alte Bausubstanz erhalten bleiben?“ – auch diese Frage erübrigt sich, denn die Antwort ist denkbar einfach: durch Renovierung mit dem Ziel, sie für gesundheitspolitische Zwecke zur Verfügung zu stellen. Und damit wäre auch die vorvorige Frage beantwortet – die Finanzierung von zum Beispiel geriatrischen Einrichtungen erfolgt auch durch die Beiträge der Gepflegten selber oder deren Familien bzw. durch die öffentliche Hand – also durch uns alle. Sollte es Politiker geben, die glauben, die öffentliche Hand sei die ihre, so sollten wir sie schleunigst aufklären, wie viel an Krankenkassenbeiträgen wir alle stets berappen. Sollten die zu hohen Gehälter von Primarien oder von hohen Funktionären eine gerechte Verteilung der Anteile an der Finanzierung verhindern, könnten wir ja über eine deutliche Senkung diskutieren – am besten gleich bei der ersten Zusammenkunft der Bürger, die mitbestimmen dürfen, mit dem angekündigten Weisenrat und vielleicht diesmal sogar mit den wirklich verantwortlichen Politikern, die bisher schüchtern hinter ihren Stauden sitzen geblieben sind.

Die vorletzte Frage Frau Vassilakous in der Bezirkszeitung macht vollends nachdenklich:

„Wie bleibt das Steinhofgelände weiterhin für alle zugänglich?“

Oj oj oj. Sollte geplant gewesen sein, das Wohnbauprojekt innerhalb der das Krankenhausgelände umgebenden Mauer völlig abzuschotten? Wünschen sich Leute mit „gehobenem Wohnbedarf“ (O-Ton Bezirksvorsteher Prokop) eine Gated community wie in Amerika oder Südamerika? Bewacht von der  ohnehin schon einige Jahre von der Öffentlichkeit finanzierten Security für das Spital?

 

Und zum Schluss noch das: „Ein neues Verkehrskonzept muss für das Areal ausgearbeitet werden.“

Nein! Das ist alles nicht notwendig, wenn die Politik endlich einsieht, dass sie der Allgemeinheit (der sie verpflichtet ist), und sich selber auch natürlich, viel Geld ersparen kann, wenn sie von dem Projekt völlig Abstand nimmt.

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In der heutigen Ausgabe der Kronenzeitung kündigt die grüne Vizebürgermeistern vollmundig an:

„Es wird keine wertvolle Grünfläche verbaut!“

Und wer bestimmt, was wertvoll ist und was nicht?

Übrigens war sie zu einem Treffen mit der Steinhof-Initiative am alten Pförtnerhaus in der Reizenpfenninggasse, heute (8. 12. 2011) um 11 Uhr, angekündigt. War aber nicht da – ihr Büro hat ausrichten lassen, sie sei krank. Tja. so geht es mit dem Immunsystem, wenn man sich überfordert und über den Tisch gezogen fühlt.

Der angekündigte „offene und ernste Diskurs“ mit den Bürgern (mit welchen Bürgern denn? Mit den Kritikern oder mit den leicht aus parteinahen Kreisen aufzutreibenden Jasagern?) über die weitere Nutzung des Areals und der Pavillons wurde also nicht geführt. Zumindest wurde er heute nicht begonnen. Lasset und hoffen, dass er noch kommen wird.

Wer aber glaubt, er könne mit dem politischen Zauberstaberl den Unmut der Wiener Bevölkerung und der vielen Touristen aus Europa und Übersee, die im Sommer mit Autobussen heranrollen, um das architektonische und gestalterische Gesamt-Kunstwerk von Otto Wagner zu bewundern – nicht nur die berühmte Kirche, wegwischen, der irrt. Die Initiative wird immer zahlreicher und wird nur mit einem Rückzug aus diesem Wahnsinns-Wohnbauprojekt zufrieden sein.

Was ist eigentlich gegen eine Rückwidmung des 2006 zum Wohnbaugebiet erklärten Geländes in wiederum Erholungsgebiet einzuwenden?

Das würde viel Ärger, viel politische Nachteile und auch viel Geld ersparen.

 

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Ich hab heute an die Initiative folgendes Mail geschrieben, das ich auch einer ganzen Anzahl meiner Freunde – und dem Büro Vassilakou – weitergeleitet habe.

Liebe Frau Vizebürgermeisterin,

 da Sie wegen einer Erkrankung heute nicht zum vereinbarten Treffen an der alten Pforte zum Steinhofgelände erscheinen konnten, erlaube ich mir, Ihnen folgendes Mail weiterzuleiten, das ich gestern an die Initiative gesandt habe.

 Es beinhaltet meine Meinungen zu dem wahnwitzigen Wohnbauprojekt (wahnwitzig immer noch, auch wenn uns die Politik einreden will, dass wir es ja selber mitbestimmen dürfen…).

 Jedenfalls gibt es in meinem (sehr großen) Bekanntenkreis Menschen, die der selben Meinung sind und die früher die Grünen gewählt haben, dies jedoch beim nächsten Mal mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr tun werden.

 Mit freundlichen Grüßen, Irmi Novak

 


Von: Irmi Novak [mailto:novak@textfactory.co.at]
Gesendet: Mittwoch, 07. Dezember 2011 14:18
An: ‚Initiative Steinhof‘
Betreff: AW: Initiative Steinhof, Jour Fixe 7.12.

 Liebe Steinhof – Initiative!

 Vielen Dank für die Informationen.

 Ich möchte Ihnen hiermit einen Rat geben. Weisen Sie bitte so viel sie können auf die folgenden Sachverhalte hin, gerne auch durch ein Mail an alle Mitglieder der Initiative:

 In der Bezirkszeitung, die heute in meiner Post war, macht sich Frau Vassilakou stark in Sachen Steinhof – Protest.

Grundsätzlich finde ich das ja nicht schlecht, aber eigentlich ist sie für die Angelegenheit nicht zuständig.

Für den Anteil, den der Verkehr an diesem wahnwitzigen Projekt haben würde, schon, aber nicht für Wohnbau und auch nicht für die Krankenanstalt an sich. Sollte der Schwerpunkt „Bürgerbeteiligung“ als Argument herhalten müssen, die bei ihr ressortiert, ist das auch bezeichnend. Die SPÖ versteht darunter nämlich anscheinend etwas anderes als wir. Hier sei nur an die Beispiele der Versammlungen vor der Leichenhalle und in der Busgarage erinnert. Immerhin hat die SP knapp vor der Sommerurlaubszeit eine schriftliche Befragung unter ihren Mitgliedern ausgeschickt. Die Ergebnisse werden jetzt nach und nach – rudimentär – bekannt und in sonderbaren Veranstaltungen (zu denen man/frau sich anmelden muss) verkündet. Filmisch natürlich sehr lobhudelnd auf Videoleinwand unterstützt. Zum Beispiel im schon ziemlich herunter gekommenen Casino Zögernitz im bürgerlichen Döbling, wo ich die Ehre hatte, eingeladen zu sein… Nur ist so etwas natürlich weit entfernt von Bürgerbeteiligung. Bei der ersten Steinhof-Protestbewegung vor ca. dreißig Jahren ist wenigstens eine Volksbefragung heraus gekommen. Eine solche scheint jetzt nicht einmal mehr der Rede wert.

 Ich find es schon bezeichnend, dass Frau Vassilakou sich das Steinhof-Projekt von der SPÖ umhängen läßt – und die wirklich Verantwortlichen sitzen hinter ihren Stauden. Soviel ich beobachtet habe, haben weder Häupl noch Ludwig dazu direkt Stellung genommen. Die Verkündigung, dass (großzügig?) 200 Wohnungen aus dem Projekt gestrichen werden, kam über die SP oder die Rathaus-Presseabteilung, bzw. aus einer Redaktion der Kronenzeitung. Ich hab mir die Meldung aufgehoben. Kein einziges Anführungszeichen deutet auf direkte Bürgermeister-Rede hin. Ich nehme an, dass er froh ist, eine fleißige Frau für das Wegräumen des Schutts gefunden zu haben, den die Krankenhausverwalter und die Wohnbauer verursacht haben…

Dennoch: Wir sollten allen Beteiligten und Verantwortlichen die Chance geben, den politischen „Blödsinn von gestern“ (O-Ton des seinerzeitigen deutschen Bundeskanzlers Adenauer) einzusehen und vollends wegzukippen.

 Das kostengünstigste „Wohnbauprojekt“ am Steinhof ist nämlich meiner Meinung nach immer noch jenes, das nicht durchgeführt wird. Dann braucht sich Frau Vassilakou auch nicht über die Finanzierung der Bürgervorschläge ihren entzückenden Kopf zu zerbrechen. Und die Sanierung bzw. Revitalisierung im Ostteil des Geländes wäre ohnehin schön längst eine Aufgabe der VAMED, die sich aber jetzt mit dem Rehab-Zentrum finanziell so sehr engagiert, dass sie vermutlich für die (gesundheitspolitisch) „sinnvolle Verwendung“ der denkmalgeschützten Pavillons keine Mittel mehr hat… Tja, da wäre natürlich das Einspringen der GESIBA sehr hilfreich… Oder ein altes, bevorzugtes Mittel, das auch in China schon ganze Städte „verschönert“ hat: Abreißen.

 WIR WERDEN DAS ABER VERHINDERN!

 In ungebrochenem Vertrauen in die Denkfähigkeit auch von Betonköpfen verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

 Ihre Irmi Novak

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Bis zum nächsten Eintrag!


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Eine Antwort zu Wahnwitziges Wohnbauprojekt am Wiener Steinhof-Krankenhausgelände

  1. giovanna w. schreibt:

    ich bin schon gespannt, wie dieses verkehrskonzept, das angeblich erarbeitet wird, aussehen wird. öffentlich kommt man ja nur mit einem sehr unregelmäßig fahrenden autobus hin, der bis in die innenstadt fährt, an zuverlässigkeit ungefähr mit de straßenbahnlinie 5 zu vergleichen, die westbahnhof und praterstern verbindet, und ob des autoverkehrs bzw. der parkenden autos sehr oft behindert wird. ich denke mir, die wohnungseigentümer sollten zumindest einen hubschrauberlandeplatz bekommen, das terrain auf dem berg oben bietet sich ja geradezu an!!!

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